Müll im Meer - Projekt für Schulklassen
 

Liebe Naturfreunde!

Immer wieder sagt oder schreibt Ihr mir, wie schön Ihr meine Fotos findet und wie schön es doch an unserer Ostseeküste ist, wie sehr Ihr diese Gegend liebt…
Doch sie bleibt nur so lange schön, wie wir sie schützen und sie unseren Nachkommen hinterlassen. Denn es droht eine große Gefahr!

In den Meeren unserer Erde schwimmen Millionen Tonnen Kunststoff-Müll. Er ist extrem gefährlich, nicht nur für die Tierwelt sondern auch für uns Menschen, denn am Ende der Nahrungskette stehen wir!
Plastik macht uns krank, erzeugt Krebs und verändert unsere Erbanlagen...

Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass schon die kleinsten Micro-Kunststoff-Partikel, wie sie die Kosmetik-Industrie in die Dusch- und Wasch-Gels (für Peeling-Effekte) oder Zahnpasta mischt, welche wiederum über das Abwasser letztendlich ins Meer gelangen, millionenfach im Meer schwimmend, von kleinen Krebstieren und planktonfressenden Tieren aufgenommen werden…

Im Nord- und Südpazifik, Nord- und Südatlantik sowie im Indischen Ozean schwimmen beängstigend riesige Plastikmüll-Teppiche in Strudeln, die mittlerweile eine Größe von Zentraleuropa angenommen haben. Im Strudel zerreiben sich die Kunststoffe über Jahre zu immer kleineren Fetzen und Teilen, bis sie letztendlich pulverisiert auf den Meeresgrund fallen und dort von den kleinsten Lebewesen aufgenommen werden.

Meeresforscher und Fischer finden in den Mägen verschiedenster Meeressäugern und Fischen große Mengen von Kunststoffteilen. Bei Walen und Haien sogar kiloweise Kunststoff. Auch Wasservögel versorgen ihre Jungen mit schwimmenden Plastikteilen, denn sie können nicht unterscheiden zwischen Plastkmüll oder echter Nahrung aus dem Meer. Die Jungen sterben jämmerlich, sie haben einen vollen Magen, aber nichts zum Verwerten. Sie verhungern…Wer so einen verwesten Vogel findet, kann sehen, dass an der Stelle des Magens nur ein Knäuel von Plastikteilchen zu sehen ist.

Gefahren gehen aber auch von schwimmenden Plastiktüten oder aufgegebenen Fischernetzen (Geisternetze) aus, in denen sich nicht nur Fische, Schildkröten und andere Meeresbewohner, sondern auch schwimmende Wasservögel verfangen und qualvoll verenden.

Das sind nur kleine, grob angerissene Beispiele. Gebt bei Google einfach mal „Müll im Meer“ ein, dann findet Ihr viele Fotos, die das wahre Ausmaß des Problems nur erahnen lassen…
Auch wenn unser Land glücklicherweise über ein Recycle-System verfügt, ist es dennoch erschreckend, dass in den letzten Jahren immer mehr Müll an den Ostseestränden landet.
Nach den Stürmen, wenn ich auf Treibholzsuche bin, findet man extrem viel Müll. Ich fotografiere ihn und treffe mich mit Freunden, um gemeinsam Müll am Strand zu sammeln.

Viele Organisationen kämpfen weltweit um Aufklärung, um die Vermeidung von Müll im Meer. Dennoch werden immer noch viel zu wenige Menschen erreicht. Deshalb und weil es mir am Herzen liegt, möchte ich dieses Thema über meine Website publizieren, aufklären und von meiner Arbeit an den hiesigen Schulen berichten, von meinem Projekt:

„Gegen Müll im Meer“.



Wir besuchen das Natureum am Darßer Ort und erfahren viel über die Entstehung und dem Lebensraum Ostseeküste sowie über Flora und Fauna unserer Heimat:


Wir sammeln an den Stränden Müll:



Viele Fundstücke stammen von vorbeifahrenden Schiffen.
Plastikflaschen und Windeln benötigen z.B. ca. 450 Jahre bis sie vollständig zersetzt sind, Getränkedosen brauchen ca. 200 Jahre.



Am zweiten Projekttag gestalten wir mit Strandfunden verschiedene Collagen und Schatzkisten.
Wir thematisieren „Müll im Meer“, betrachten im Internet viele Fotos dazu und denken über Lösungsansätze nach, zum Abschluss gestalten wir eine Wandzeitung die unsere Gedanken und gesammelten Eindrücke zum Ausdruck bringen soll und im Eingangsbereich der Schule informieren soll.


Jeder Einzige von uns kann etwas gegen Müll im Meer tun, indem er versucht weniger Plastikmüll zu „produzieren“. Jeder kann mithelfen:
* nehmt zum Einkaufen Stoff-Taschen oder Körbe, verzichtet auf Plastiktüten.
* Joghurt und Milch wird im Handel auch in Mehrweggläsern- oder –flaschen angeboten.
* den Strand sauber verlassen, nach seinem Strandbesuch und Reste vom Picknick mitnehmen
* keine Duschgels kaufen, in denen Mikroplastik-Partikel beigemischt sind (Peeling-Produkte)
* verzichtet auf Reinigungsmittel und Zahnpasta mit Mikroplastik-Partikeln

Gemeinsam können wir etwas bewegen. Macht mit!